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Ökumenischer Kirchentag in Elsen |
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Geschrieben von Edgar Schrot
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Donnerstag, 09 Oktober 2008 |
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PADERBORN-ELSEN – Warum sollte es Ökumenische Kirchentage nur in Berlin und München geben, warum nicht auch in Elsen?
„Um Gräben zu überbrücken, muss man sich nicht verbiegen“, aber es bedarf der gegenseitigen Zuneigung, des Interesses an der Andersartigkeit des anderen und eines Entgegenkommens bei Bewahrung des eigenen Standpunktes. Das drückt das Logo des Kirchentages unter dem Motto „Wir bauen Brücken“ aus. Es zeigt zwei sich voreinander verneigende Kirchtürme, die sich an der Spitze treffen: dort steht das gemeinsame Kreuz, das wie ein überstarker Magnet die Berührung erwirkt.
Dass die evangelischen und katholischen Christen in Elsen aufeinander zu und miteinander weiter gegangen seien, wie am Morgen bei der gemeinsamen Prozession mit ca. 600 Gläubigen nach den beiden je eigenen Sonntagsgottesdiensten, wäre ohne die Hilfe Gottes nicht möglich gewesen. Die Elsener zeigten mit ihrem Kirchentag, dass an der Basis Bewegung möglich ist. „Damit haben Sie sich über die Unkenrufe hinweggesetzt, die von der Eiszeit in der Ökumene reden.“, brachte die Superintendentin Anke Schröder während des Abschlussgottesdienstes in der St. Dionysius-Kirche zum Ausdruck.
Am Ende der Ökumenischen Kirchentags-Premiere in Elsen steht fest: Der Brückenschlag zwischen Christinnen und Christen ist gelungen. Rund 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählten die Veranstalter: die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Elsen und die Katholische Kirchengemeinde St. Dionysius. Seit September 2007 hatte der seit zwei Jahren bestehende Ökumenekreis beider Gemeinden den Kirchentag vorbereitet. Die freundschaftlichen Bande zwischen dem evangelischen Pfarrer Jürgen Pensky und dem katholischen Pfarrer Hans-Jürgen Wollweber boten beste Bedingungen. Neben Protestanten und Katholiken beteiligten sich auch syrisch-orthodoxe Christen aus der Gemeinde St. Aho in Paderborn.
Es gab zahlreiche kulturelle Highlights für alle Generationen, die bis auf den letzten Platz besetzt waren. Nach dem Auftakt am Freitagabend mit Hans-Jürgen Hufeisens Marienkonzert mit 230 Besuchern in der evangelischen Erlöserkirche kamen am Samstagmorgen 130 Frauen zum gemeinsamen Frühstück ins evangelische Gemeindezentrum, um von Heidi Pensky etwas über die Purpurhändlerin Lydia zu erfahren. Weitere Höhepunkte waren am Samstagabend das Rock-Oratorium „Daniel“ in der St. Dionysius-Kirche (400 Besucher), das von den Chören beider Kirchengemeinden aufgeführt wurde, und das Kabarett über die Stellung der Frau in der katholischen Kirche von Prof. Dr. Agnes Wuckelt (150 Besucher). Die meisten blieben noch zum anschließenden Taizé-Gebet „Nacht der Lichter“. Übervoll war es am Sonntagnachmittag im Dionysius-Haus als das Kinder-Musical der Kindergartenkinder (St. Josef, St. Urban, Die Arche) „Die Arche“ aufgeführt wurde. Der Markt der Möglichkeiten auf dem Schulhof der Dionysius-Grundschule zeigte das Engagement in den beiden Kirchengemeinden ebenso wie einige Einrichtungen (u. a. Diakonie, Caritas, Hospizbewegung).
Dass es nicht bei einem einmaligen Event dieses Ökumenischen Kirchentages bleiben wird, darin sind sich die Verantwortlichen einig. „Bleibt haften!“ hatte schon überraschend auf dem Aufkleber gestanden. Der Kontakt der Chöre und der Kindergärten, das gemeinsame Frauenfrühstück und das Taizé-Gebet junger Christen können auch in normalen Zeiten zur gemeinsamen Praxis werden.
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